Kernfrage Endlagerung

Erstmals umfassende, allgemein verständliche Gesamtdokumentation zum aktuellen Stand von Forschung und Technik

Eine der dringlichsten Umweltprobleme unserer Zeit ist bisher nicht gelöst: Die Endlagerung von wärmeentwickelnden, hochradioaktiven Abfällen. Die Diskussion um einen geeigneten Standort läuft seit Jahrzehnten, doch ihr Ausgang ist weiter ungewiss. Die Wege, die in der Vergangenheit bei der Endlagerstandortsuche beschritten wurde, führten teilweise zu großen Irritationen und Widerständen in der Gesellschaft. Dennoch steht fest: Seitdem Kernkraftwerke ihren Betrieb aufgenommen haben, fällt Atommüll an und für diese gefährlichen Abfälle muss ein sicherer Entsorgungsweg gefunden werden. Doch wie ist eigentlich der Stand von Forschung und Technik zum Thema Endlagerung? Welche wissenschaftlichen und technischen Werkzeuge stehen zur Verfügung und wie zuverlässig sind sie? Was ist unter Fachleuten als „gelöst“ einzuordnen und wo gibt es noch Forschungsbedarf?

Diesen zentralen Fragen ist das Vorhaben „Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle in Deutschland“ nachgegangen. Auf Veranlassung des Bundeswirtschaftsministeriums und im Auftrag des Projektträgers Forschungszentrum Karlsruhe haben es die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) und das Öko-Institut gemeinsam umgesetzt. Wichtiges Anliegen dabei war, alle relevanten Informationen zum Thema „Endlagerung“ nicht nur fundiert sondern auch für einen breiten Leserkreis allgemein verständlich aufzubereiten.

Das Ergebnis ist eine umfassende Gesamtdokumentation, die sich auch an Wissenschaftler wendet, die auf einem Spezialgebiet der Endlagerforschung tätig sind und sich über die angewendeten Forschungsmethoden und deren Stand in den jeweiligen Nachbardisziplinen orientieren möchten.

Der Hauptband gibt eine kompakte Übersicht über die Endlagerthematik auf Basis des gegenwärtig diskutierten Sicherheitskonzeptes und des erforderlichen Sicherheitsnachweises für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland. Er berücksichtigt dabei sowohl die Errichtungsphase, die Betriebsphase als auch die Nachbetriebsphase eines Endlagers. Die Übersicht im Hauptband wird durch eine gegliederte Sammlung von 22 Anhängen ergänzt, in denen Einzelthemen des Hauptbandes ausführlicher und mit größerem Tiefgang behandelt werden.

Die Ergebnisse des Vorhabens sind unter endlagerung.oeko.info frei zugänglich.

Chemisch-toxische Stoffe in einem Endlager für hochradioaktive Abfälle (CHEMOTOX)

In ein Endlager für hochradioaktive bzw. wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle (im Folgenden Endlager für hochradioaktive Abfälle genannt) gelangen mit den eingelagerten radioaktiven Abfällen auch chemotoxische Stoffe. Diese sind Bestandteile der Abfälle selbst, ihrer Verpackung, der Materialien für die Verfüllung der Einlagerungsbereiche sowie der Schächte und Zugänge, der Verschlussbauwerke sowie der im Endlager verbleibenden Infrastruktureinrichtungen. Im Rahmen eines Zulassungsverfahrens für ein solches Endlager ist nachzuweisen, dass von diesen Stoffen keine schädliche Verunreinigung des Grundwassers oder sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften ausgeht.

Im Verbundprojekt "Chemisch-toxische Stoffe in einem Endlager für hochradioaktive Abfälle", das gemeinsam von Öko-Institut e.V., der DBE TECHNOLOGY GmbH und GRS mbH bearbeitet wurde, wurde für die Wirtsgesteine Steinsalz und Tonstein ein systematisches Nachweiskonzept zum Schutz des Grundwassers vor chemotoxischen Stoffen in einem solchen Endlager entwickelt. In abgestufter Form wird für die künftigen möglichen Entwicklungen eines solchen Endlagers aufgezeigt, wie dieser Nachweis geführt werden kann. Soweit hierbei quantitative Nachweise eine Rolle spielen, sind die dafür verfügbaren Werkzeuge dargestellt, bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit bewertet und an ausgewählten Beispielen demonstriert. Verbleibende offene Punkte werden identifiziert.

Die Ergebnisse des Vorhabens sind unter chemotox.oeko.info frei zugänglich.

AnsprechpartnerInnen

  Michael Sailer
Sprecher der Geschäftsführung
E-Mail Kontakt

  Julia Neles
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Institutsbereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
E-Mail Kontakt

  Gerhard Schmidt
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Institutsbereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Projektträger Forschungszentrum Karlsruhe (PTKA)

Streitpunkt Kernenergie
eco@work, Ausgabe März 2009

Suche nach einem Endlager
Ein Vergleich in verschiedenen Ländern bringt neue Erkenntnisse
Artikel in eco@work, Ausgabe November 2008

"Wir haben die Abfälle ohnehin am Hals"
Interview mit Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts, bei Technology Review am 12.11.2008

"Gorleben wird höheren Ansprüchen genügen müssen"
Interview mit Dr. Beate Kallenbach-Herbert, Bereichsleiterin Nukleartechnik & Anlagensicherheit, bei 3sat - Nano am 4.9.2008

Wohin mit dem Atommüll?
Interview mit Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts, bei SternOnline am 22.8.2008


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