15.11.2004
Weiße Biotechnologie – Chancen nutzen, Risiken begegnen
Öko-Institut fordert, Forschungsförderung an unabhängige Begleitforschung zu koppeln
Die
Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt: Mögliche Zukunftstechnologien wie die „grüne Elektronik“
oder die „grüne Chemie“ bringen keineswegs nur den technologischen Segen, den sie einmal versprachen.
Aber eben so wenig wie sie per se ökologisch oder nachhaltig sind, sind sie per se zu verteufeln. Welcher
Strategien bedarf es, die Chancen so genannter Zukunftstechnologien zu nutzen, aber gleichzeitig mögliche
nachteilige Entwicklungen zu erkennen und ihnen zu begegnen? Auf der Konferenz „Ergrünt die
Biotechnologie“ von Bündnis 90 / Die Grünen Ende September in Berlin erläuterte Carl-Otto Gensch,
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut e.V. Freiburg, am Beispiel der Weißen Biotechnologie, warum eine
unabhängige Begleitforschung zum Standard werden sollte.
Deutschland gehört europa- und weltweit zu den Marktführern im Bereich der so genannten Weißen Biotechnologie.
Dabei gibt es erstaunlicherweise in der Fachwelt bisher keine eindeutige Definition dessen, was Weiße
Biotechnologie eigentlich ist. Allgemein wird darunter aber im Wesentlichen die – zum Teil gentechnische
– Produktion und der industrielle Einsatz von Enzymen verstanden. Dadurch unterscheidet sich die Weiße
Biotechnologie von der Grünen Biotechnologie oder Agro-Gentechnik, die den Einsatz von gentechnisch veränderten
Organismen in der Landwirtschaft umfasst, sowie von der Roten Biotechnologie, die ihre Anwendung in der Medizin
findet.
Seit rund zehn Jahren begleitet das Öko-Institut neue Technologieentwicklungen. „Gerade weil wir wissen,
dass Zukunftstechnologien auch unbekannte Risiken bergen, ist eine unabhängige, dialogorientierte
Begleitforschung besonders wichtig. Denn nur, indem Risiken und nachteilige Entwicklungen frühzeitig erkannt
werden, kann eine Richtungssicherheit in der Technologieentwicklung gewährleistet werden“, betont Carl-Otto
Gensch, Koordinator des Bereichs Produkte & Stoffströme am Öko-Institut e.V. Freiburg, „Am Ende zahlt
sich das für alle Beteiligten, die Industrie, den Staat und die gesellschaftlichen Akteure, aus.“
Wie sieht eine unabhängige, dialogorientierte Begleitforschung in der Praxis aus? In den letzten beiden Jahren
hat das Öko-Institut dazu mehrere Fallbeispiele untersucht, so auch den Einsatz von spezifischen Enzymen in der
Textilindustrie, den die WissenschaftlerInnen mit der konventionellen Technologieanwendung verglichen. Um
Baumwolle in der Textilindustrie nutzen zu können, müssen die Baumwollfasern von ihrer Wachsschicht befreit
werden. Konventionellerweise geschieht dies mit harten Chemikalien unter hohen Temperaturen. Eine Alternative ist
der Einsatz eines neu entwickelten, gentechnisch produzierten Enzyms. Das Enzym wird in einem geschlossenen
System produziert, so dass die dazu notwendigen, gentechnisch veränderten Mikroorganismen nicht frei gesetzt
werden.
Der Vergleich ergab, dass die Einsparungen an Energie und Rohstoffen beim Einsatz von Enzymen erheblich, die
Produktions- und Anwendungskosten für die Enzyme dagegen aber vernachlässigbar gering sind. Auch beim
Risikopotenzial ergeben sich Vorteile für die biotechnologische Variante. Dieses Beispiel verdeutlicht: Im
konkreten Fall schneidet der Einsatz der Weißen Biotechnologie deutlich besser ab als die konventionell
eingesetzte Technologie. Eindeutig beurteilen konnte man dies aber erst nach der entsprechenden
wissenschaftlichen Analyse und dem bewertenden Vergleich der konventionellen Methode mit der technologischen
Neuerung. Für andere Einsatzgebiete der Weißen Biotechnologie lässt sich dieses Ergebnis aber nicht pauschal
übertragen.
Die wichtigste Anforderung an eine unabhängige, dialogorientierte Begleitforschung, die sich aus diesem und
weiteren Beispielen ergeben hat, ist also: Verschiedene Unterentwicklungen eines Technologiepfades müssen
anwendungsbezogen und im konkreten Einzelfall betrachtet werden. Alternative Verfahren werden
dabei vergleichend – aber nicht absolut – bewertet. Diese einzelfallbezogene Analyse und
Bewertung ist unbedingt erforderlich, um zu zuverlässigen Ergebnissen zu kommen. Eine pauschale Übertragung der
Ergebnisse auf andere Technologiepfade ist nicht zulässig, ebenso müssen diese klar voneinander abgegrenzt
werden.
Bewertet wird nach ökologischen und ökonomischen Kriterien. Dies kann mit bereits standardisierten Methoden, wie
der Ökobilanz oder dem Risk Assessment, sowie mit neuen integrativen Ansätzen wie der Ökoeffizienz-Analyse
geschehen, die mit einer Lebenszyklus-Kostenrechnung auch die ökonomische Dimension betrachtet. Über die gesamte
Produktkette hinweg wird ein angemessenes Set von Umweltindikatoren untersucht, zum Beispiel der Rohstoff- und
Energieverbrauch, die Abwasserbelastung oder die Höhe der CO2-Emissionen.
Nach Auffassung des Öko-Instituts sollten solche anwendungsbezogenen Bewertungen verschiedener Unterentwicklungen
einer Zukunftstechnologie zum Standard werden. Um zu gewährleisten, dass finanzielle Mittel nachhaltig investiert
werden, fordert das Öko-Institut, Forschungsförderung an unabhängige Begleitforschung zu koppeln.
kk
Weitere Hintergrund- und Thesenpapiere zur Veranstaltung „Ergrünt die Biotechnologie“ Ende September
in Berlin lesen Sie hier.
Diesen Beitrag können Sie auch auf Englisch lesen.
Ansprechpartner:
Carl-Otto Gensch
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme
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Leiterplatten in ökologischer und technologischer Premiumqualität
Öko-Institut begleitet innovative Technologieentwicklung / Fachwelt ist angetan
Eine
umweltfreundliche Innovation im Elektronikbereich konnte das Öko-Institut e.V. zusammen mit mehreren
Industriepartnern auf dem Berliner Elektronikkongress „Electronics Goes Green“ Anfang September
präsentieren: Erste Prototypen einer umweltfreundlichen Leiterplatte auf Basis von Hochtemperatur-Thermoplasten,
kurz HTT. Nicht nur die Recyclingfähigkeit und der Verzicht auf toxische Flammschutzmittel fanden in Berlin große
Zustimmung, sondern auch die hohe technologische Qualität. „Endlich mal etwas Neues auf dem Markt. Das war
schon lange überfällig“, urteilte die Fachwelt.
Leiterplatten dienen dazu, elektronische Bauelemente in Elektro- und Elektronikgeräten zu fixieren und leitend
miteinander zu verbinden. Obwohl seit Jahrzehnten im Einsatz, weisen konventionelle Leiterplatten ökologische und
zunehmend technische Nachteile auf. Sie sind schlecht zu recyceln und enthalten ökologisch bedenkliche additive
Flammschutzmittel, aber auch für die Beanspruchung mit hohen Dauergebrauchstemperaturen stoßen sie immer mehr an
die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Thermoplastische Leiterplatten als Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“
konnten die Wissenschaftler jetzt zeigen, dass es grundsätzlich möglich ist, Leiterplatten aus ökologischer und
technologischer Sicht enorm zu verbessern. Innerhalb des Projekts werden zwei grundsätzliche
Entwicklungsrichtungen verfolgt: Einerseits geschäumte HTT-Platinen für einfachere elektronische Schaltungen, die
beispielsweise in Fernbedienungen verwendet werden, und andererseits ungeschäumte Flex- oder Multilayerstrukturen
für besonders komplexe und kompakte Anwendungen. Der jetzt entwickelte Prototyp eines geschäumten HTT-Boards ist
sehr leicht und hochtemperaturbeständig und kann zudem thermisch und mechanisch nachverformt werden. Dadurch ist
es zum Beispiel möglich, Schalter und Tastfunktionen zu integrieren, wodurch Bauteile und Kabelverbindungen
eingespart werden. Außerdem verfügen die Platinen über ausgezeichnete Hochfrequenz-Eigenschaften.
Das neue Produkt bedarf keiner additiven Flammschutzmittel und ist gut zu recyceln, zwei wesentliche ökologische
Pluspunkte gegenüber dem konventionellen duroplastischen Leiterplattenbasismaterial. Insgesamt sind die
Umweltbelastungen der HTT-Boards entlang ihres gesamten Lebensweges nur etwa halb so hoch wie bei den
herkömmlichen Leiterplatten – und das bei vergleichbaren Kosten. Die neue Leiterplatte ist so entwickelt,
dass sie mit den konventionellen Fertigungsprozessen der Leiterplattenherstellung kompatibel ist. Dies ermöglicht
einen breiten industrieller Einsatz.
„HTT-Boards – das sind Leiterplatten mit ökologischen Spitzenwerten“, bringt es Projektleiter
Carl-Otto Gensch, Koordinator des Bereichs „Produkte & Stoffströme“ am Öko-Institut Freiburg auf
den Punkt. Daher geht es nun darum, das Produkt auch für den Massenmarkt zu entwickeln. Denn Carl-Otto Gensch
betont: „Thermoplastische Leiterplatten sollen kein Nischendasein führen. Sie sind für den universellen
Elektronikmarkt bestimmt.“
Bereits im Jahr 2001 hat das Öko-Institut zusammen mit der Universität Bayreuth und verschiedenen Unternehmen das
Forschungsprojekt initiiert. Vor dem Hintergrund der anstehenden Gesetzesänderungen in den kommenden Jahren war
und ist eine Weiterentwicklung der Leiterplatten dringend notwendig. Denn ab 2005 sind Hersteller von
Elektronikgeräten zur Rücknahme ihrer Produkte verpflichtet und ab 2006 sind bestimmte gefährliche Stoffe in
Elektro- und Elektronikgeräten nicht mehr zulässig – günstige Rahmenbedingungen für die erfolgreiche
Markteinführung der neuen Technologie.
In der nun folgenden Qualifizierungsphase des Projekts werden unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt werden:
Qualifizierung der Leiterplattenprozessierung, Sicherheits-, Zuverlässigkeits- und Dauergebrauchstests und die
Entwicklung ökoeffizienter Redistributions- und Wiederverwertungsstrategien. Zum Patent sind die HTT bereits
gemeldet, nun wird über die Gründung einer Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft nachgedacht. Die
WissenschaftlerInnen sind zuversichtlich, dass nach Abschluss dieser Qualifizierungsphase im Herbst 2006 eine
Serienproduktion möglich ist. vc/kk
Projektpartner des Öko-Instituts sind die Universität Bayreuth, Lehmann & Voss & Co., Reifenhäuser GmbH
& Co Maschinenfabrik, Lüberg Elektronik GmbH & Rothfischer KG, Würth Elektronik GmbH und die KEW
Konzeptentwicklung GmbH. Rund die Hälfte des Projektvolumens hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung
finanziert.
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Ansprechpartner:
Carl-Otto Gensch
Martin Möller
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme
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Mobilfunk: Genaue Infos gehören zum guten Ton
Öko-Institut empfiehlt Handy-Knigge für strahlenärmeres Telefonieren
Wer die
Strahlenbelastung beim Mobiltelefonieren so gering halten möchte wie möglich, braucht Informationen. Denn der
Handy-Nutzer muss wissen, wie er sich verhalten und auf welche technischen Eigenschaften des Handys er achten
sollte. Allerdings wird eine solche Verbraucherinformation, die auch der Laie versteht, von Handy-Herstellern
bisher nur lückenhaft vermittelt. Worauf sollten diese in Zukunft achten, um Mobiltelefonierer besser zu
informieren? Wie könnten gängige Messverfahren für die Strahlenbelastung verbessert werden? Und wo sollten
Mobiltelefone technisch optimiert werden? Diese Fragen bearbeitete das Öko-Institut e.V. jetzt im Auftrag der
T-Mobile Deutschland GmbH.
„Verbraucherinformationen müssen drei grundlegende Anforderungen erfüllen, damit sie akzeptiert
werden“, sagt Christian Küppers, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Nukleartechnik &
Anlagensicherheit am Öko-Institut Darmstadt, „Sie müssen allgemein verständlich, für jeden nachvollziehbar
und glaubwürdig sein.“ Und sie müssen sowohl die technische Seite der Handys, als auch die Eigenschaften
und das Verhalten des Handy-Nutzers berücksichtigen. Denn alle drei Aspekte beeinflussen die individuelle
Strahlenbelastung beim Mobiltelefonieren.
Relevanz hat zum Beispiel die Bauart der Antenne oder die verwendete Frequenz, mit der einige Handys wahlweise
betrieben werden können. Aber auch die Qualität des Empfangs spielt eine Rolle, je besser dieser ist, desto
geringer ist die Sendeleistung und damit die Strahlenbelastung. Wichtig ist auch die technische Reife der so
genannten diskontinuierlichen Sprachübertragung. Diese sorgt dafür, dass in Gesprächspausen die Sendeleistung
verringert wird. Aber nicht nur die Technik ist entscheidend, sondern auch die Kopfgröße, die Kopf- und die
Ohrform des Handy-Nutzers, ebenso, wie das Handy beim Telefonieren gehalten wird. So ist es ein Unterschied, ob
der Abstand des Mobiltelefons zum Gesicht eher groß oder klein ist und ob das Handy mehr Richtung Augen oder mehr
Richtung Schulter geneigt wird. Ebenso spielt es eine Rolle, ob das Handy mit der Hand verdeckt wird oder nicht.
Je nach Handy-Modell und der Position zum nächsten Mobilfunkmast kann sich die Strahlenbelastung dadurch erhöhen
oder verringern. Auch metallische Implantate, zum Beispiel die Zahnfüllung aus Gold, können die individuelle
Strahlenbelastung vergrößern.
Ein Maß für die Strahlenbelastung beim Mobiltelefonieren ist der SAR-Wert. SAR steht für spezifische
Absorptionsrate. Gemessen wird die durch die Strahlung erfolgende Energieaufnahme in Körpergewebe in Watt
pro Kilogramm. Bei der Beurteilung von Handys ist der SAR-Wert ein gängiges Kriterium. Allerdings gibt es
verschiedene Ansätze, ihn zu ermitteln. SAR-Werte können daher nur bedingt miteinander verglichen werden. Zudem
zeigt die Studie des Öko-Instituts: Sowohl die üblichen Messverfahren, als auch die Kriterien für Gütesiegel, wie
den Blauen Engel, und Verbraucherinformationen berücksichtigen nur zum Teil die relevanten Einflussfaktoren. Die
Empfehlungen lauten daher:
1. Bessere Testverfahren
Bei der Messung der SAR-Werte sollten die verschiedenen Positionen, in denen ein Handy beim Telefonieren gehalten
werden kann, als so genannte Kipp-, Neigungs- und Azimuthwinkel, standardmäßig berücksichtigt und variiert
werden. Damit Verbraucher Handys besser miteinander vergleichen können, sollten die gängigen Testmethoden und
Vergabekriterien für Gütesiegel harmonisiert werden. Die Qualität der Tests muss regelmäßig durch unabhängige
Gutachter überprüft werden. Bei der Weiterentwicklung sollten Interessengruppen mit einbezogen werden.
2. Technische Optimierungen
Der SAR-Wert sollte nicht allein für die Bewertung eines Handys Ausschlag gebend sein. Entscheidende technische
Faktoren sind auch die Anzeige der Empfangsqualität und die diskontinuierliche Sprachübertragung. Die
Empfangsqualität wird auf dem Handy in der Regel als Balkendiagramm dargestellt, ist aber meistens sehr ungenau.
Eine exaktere Angabe zum Beispiel als Prozentzahl der maximalen Leistung wäre sinnvoll. Die diskontinuierliche
Sprachübertragung sollte so verbessert werden, dass die Sendeleistung in Gesprächspausen grundsätzlich auch dann
herunter geregelt wird, wenn es im Hintergrund sehr laut ist.
3. Verständliche und übersichtliche Verbraucherinformationen
Verbraucher sollten umfassende
Empfehlungen erhalten, wie das Handy optimal benutzt werden kann, und zwar so verständlich aufbereitet, dass die
Tipps ohne Probleme in die Praxis übernommen werden können. Die Infos müssen individuell für einzelne
Handy-Modelle aufbereitet sein, da sich je nach technischen Eigenschaften entgegengesetzte Empfehlungen ergeben
können. Verbraucher sollten auch schnell erfassen können, mit welcher Methode ein Handy getestet wurde. SAR-Werte
und deren Vergleichbarkeit müssen übersichtlicher veröffentlicht werden. Ebenso sollte darüber informiert werden,
dass metallische Implantate die Strahlenbelastung deutlich erhöhen können. Hersteller und Netzbetreiber sind
gefordert, allgemeine Infos über Sendeeigenschaften von Handys leicht zugänglich zu veröffentlichen. Schon beim
Verkauf von Handys sollten Tipps zum strahlenärmeren Mobiltelefonieren unaufgefordert weiter gegeben werden.
kk
Die „Vorstudie für die Entwicklung von Kriterien für eine verbesserte Verbraucherinformation über
Handys“ lesen Sie hier.
Ansprechpartner:
Christian Küppers
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
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Gorleben – aus den Fehlern lernen
Neuanfang in der Endlager-Frage: Die Öffentlichkeit muss mitreden dürfen
Wohin mit den radioaktiven Abfällen? Die Frage der Endlagerung ist brisant und viele Ansätze, geeignete Standorte
zu finden, sind in der Vergangenheit gescheitert, nicht nur in Deutschland, sondern international. Um so
dringender ist ein Neuanfang in Sachen Endlagerung. Mit regem Interesse verfolgten daher rund 50 ExpertInnen und
Betroffene aus zwölf Ländern den Gorlebener Workshop des „Forum on Stakeholder Confidence“. Denn
genau diese Bemühungen des Bundesumweltministeriums um einen Neuanfang standen diesmal im Vordergrund. Und es
wurde deutlich, wie sinnvoll ein solcher ist, aber auch, wie sehr er durch die Vorgeschichte belastet wird. Einig
war man sich: In Zukunft muss die Öffentlichkeit bei der Frage der Endlagerung viel stärker beteiligt werden.
Aber auf dem Weg der politischen Umsetzung liegen noch viele Hindernisse. Auch das zeigte der Workshop.
Endlager für radioaktive Abfälle will eigentlich niemand vor der Haustür haben – sie sind „lokal
unerwünscht“. Die Erfahrung, dass die Standortauswahl für solche Anlagen wegen des öffentlichen Widerstands
sehr schwierig ist, mussten bereits viele Länder machen, die für den Endverbleib solcher Abfälle zu sorgen haben.
Die Liste der gescheiterten Ansätze ist lang, vergeblich bemühten sich zuletzt Italien, die Schweiz, Korea und
Großbritannien. Viele Vorhaben blieben auf der Strecke, weil die Notwendigkeit, lokale und nationale,
wirtschaftliche und umweltbezogene, fachliche und nichtfachliche Interessen auszubalancieren, oft gar nicht erst
ins Bewusstsein von „Entscheidungsträgern“ drang.
Aber in der Fachwelt und in der Politik beginnt man langsam zu lernen, dass es bei der Standortauswahl bei weitem
nicht ausreicht, bestenfalls einige wenige Fachberater und einen, meist politischen,
„Entscheidungsträger“ mit der Entscheidung zu betrauen – und ansonsten auf das Verständnis der
Öffentlichkeit zu hoffen. Alle Interessen der Betroffenen, also die so genannten Stakeholder, angemessen in einen
transparenten Entscheidungsprozess mit einzubeziehen, ist als Grundvoraussetzung für einen
zivilgesellschaftlichen Ansatz mittlerweile erkannt. Die Nuclear Energy Agency (NEA) der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) hat im August 2000 daher ein spezielles „Forum on Stakeholder
Confidence“ (FSC) eingerichtet. Das Forum untersucht, welche Rolle es für die Vertrauensbildung spielt, die
Öffentlichkeit in Entscheidungsprozessen bei industriellen Großprojekten zu beteiligen und versucht,
gegenseitiges Verständnis zu fördern.
In Workshops arbeitet das FSC zusammen mit den Betroffenen aus dem jeweiligen Gastgeberland Ursachen und
Erfahrungen aus vergangenen Prozessen im Entsorgungsbereich auf, bewertet Vor- und Nachteile verschiedener
Herangehensweisen. Auf Einladung des Bundesumweltministeriums (BMU) befasste sich das FSC Anfang Oktober auch mit
den Bemühungen um einen Neuanfang in Sachen Endlagerung in Deutschland. Im Auftrag des BMU hat der
interdisziplinäre Arbeitskreis Auswahlverfahren
Endlagerstandorte (AkEnd), in dem auch das Öko-Institut e.V. aktiv war, ein neues Verfahren zur
Endlager-Standortsuche in Deutschland erarbeitet. Ziel des Workshops am historischen Tagungsort Hitzacker bei
Gorleben war es, das Verfahren vorzustellen und zu diskutieren, wie es politisch umgesetzt werden kann.
Das vom AkEnd entwickelte Standortsuchverfahren fand einerseits große Anerkennung, rief andererseits aber auch
Zweifel hervor. Kann ein Neuanfang angesichts der festgefahrenen deutschen Verhältnisse noch gelingen und wie
müsste er aussehen? Denn am Beispiel Gorleben wurde deutlich, wie die vor einem Vierteljahrhundert getroffene
Standortentscheidung zustande kam, und welcher historische „Ballast“ sich einem Neuanfang
entgegenstellt. Zumindest die große Bereitschaft aller lokalen und nationalen Stakeholder in Deutschland, sich
mit dem Thema auseinander zusetzen, stimmte die TeilnehmerInnen des Workshops positiv. Die Praxis zeigte aber
auch: Wer selbst unmittelbar betroffen ist, tut sich berechtigterweise schwer damit, den eigenen Standpunkt zu
überdenken. Auch über die Dringlichkeit, einerseits einen Neuanfang zu beginnen und andererseits dabei die
Öffentlichkeit angemessen zu informieren und zu beteiligen, besteht abstrakt zwar Konsens. Doch auch in Hitzacker
war dieser elementare Punkt noch nicht im Bewusstsein aller Beteiligten verankert.
Trotzdem: Nach Meinung des Öko-Instituts sind Diskussionen, die wie diese in Gorleben mit Stakeholdern einerseits
und mit neutralen VertreterInnen der NEA und ausländischen Gästen andererseits geführt wurde, der einzige
gangbare Weg für einen erfolgreichen Neuanfang in der Endlager-Frage. gs/kk
Ansprechpartner:
Gerhard Schmidt
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
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Umweltschutz – Aufschwung für den Arbeitsmarkt
Allein im öffentlichen Verkehr ließen sich rund 200.000 neue Arbeitsplätze schaffen
Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist angespannt und Politik und Wirtschaft sind mehr denn je
gefordert, daran etwas zu ändern. Umso überraschender ist es da, dass einer Branche mit beachtenswerten
Potenzialen bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde – dem Umweltschutz. „Allein durch die
Umsetzung der Ökosteuer dürften bis zum Jahr 2010 netto rund 250.000 zusätzliche Arbeitsplätze im Umweltbereich
entstehen“, sagt Martin Cames, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Instituts e.V. Berlin im Bereich
Energie und Klimaschutz und Projektleiter einer jetzt veröffentlichten Studie des Öko-Instituts e.V.. Im Auftrag
des Umweltbundesamtes zeigen die WissenschaftlerInnen innovative Ansätze auf, wie neue Arbeitsplätze im
Umweltschutz geschaffen werden können.
Kern der Untersuchung war es, die Umweltschutzmärkte in Deutschland zu kategorisieren. Darauf aufbauend
ermittelten die WissenschaftlerInnen, welche strukturellen und quantitativen Zusammenhänge es zwischen
Umweltschutz und Beschäftigung gibt. Die vertiefende Analyse einzelner Märkte orientierte sich dabei an den
Handlungsfeldern, die in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung als vorrangig bezeichnet werden:
Erstens Energie effizient nutzen und damit das Klima wirksam schützen, zweitens Mobilität sichern und so die
Umwelt schonen und drittens gesund produzieren, um sich gesund zu ernähren.
Entlang dieser Handlungsfelder untersuchten die WissenschaftlerInnen, mit welchen Instrumenten und Maßnahmen sich
diese Arbeitsplatzpotenziale für einzelne Marktsegmente im Umweltbereich gezielt erschließen lassen. „Dazu
ist ein grundlegendes Engagement der Politik und der Wirtschaft notwendig“, sagt Cames, „In der Regel
müssen diese Arbeitsplatzpotenziale durch ein ganzes Paket verschiedener Maßnahmen erschlossen werden. Zudem
lassen sie sich vollständig meist nur dann mobilisieren, wenn sie zusätzlich durch gesamtwirtschaftlich wirkende
Instrumente wie die Ökosteuer flankiert werden“. Solche gesamtwirtschaftlich wirkenden Instrumente haben
die größten positiven Effekte auf den Arbeitsmarkt.
Die größten Nettobeschäftigungspotenziale errechneten die WissenschaftlerInnen für den Öffentlichen
Personenverkehr mit rund 200.000 neuen Arbeitsplätzen. Um diese Arbeitsplätze zu schaffen, spielt die Umsetzung
der Ökosteuer eine zentrale Rolle, da diese die ökonomische Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs
stärkt. Auch die Einführung von Straßenbenutzungsgebühren würde dazu beitragen, das Arbeitsplatzpotenzial zu
erschließen. Darüber hinaus müsste die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs verbessert werden, zum Beispiel,
indem das Wegenetz verdichtet, Fahrpläne besser aufeinander abgestimmt oder Preissysteme attraktiver gestaltet
werden.
Beachtenswert ist auch das Nettobeschäftigungspotenzial in der angeschlagenen Baubranche. Durch die energetische
Sanierung von Gebäuden ließen sich rund 110.000 neue Arbeitsplätzen schaffen. „Gerade kleine und mittlere
Unternehmen können von dieser Entwicklung profitieren“, sagt Cames. Voraussetzung hierfür ist, dass die
Politik entsprechende Rahmenbedingungen setzt. Nötig sind beispielsweise erheblich ausgeweitete finanzielle
Anreiz- und Förderprogramme, Steuererleichterungen und Ausschreibungsmodelle, etwa die Einführung eines
Energie-Effizienz-Fonds. Aber finanzielle Mittel allein reichen nicht aus, um hier die gewünschten Effekte auf
dem Arbeitsmarkt und für die Umwelt zu erzielen. Wichtig ist, die Branche besser zu informieren und zu
motivieren, beispielsweise über eine höhere Markttransparenz, was die energetische Qualität von Gebäuden
betrifft. Die finanziellen und ökologischen Vorteile der energetischen Sanierung wären dann offensichtlich. Ein
mittelfristiges Ziel wäre die vollständige Zertifizierung des Energieverbrauchs von Gebäuden. Ökologische Miet-
und Heizspiegel könnten die Energienebenkosten zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor auf dem Wohnungsmarkt
machen.
Aber nicht nur in der Baubranche und im öffentlichen Verkehr gibt es beachtenswerte, noch ungenutzte
Beschäftigungspotenziale. Auch ein verstärktes politisches und wirtschaftliches Engagement im Bereich der
Umweltschutztechnologien und -dienstleistungen, im Ökotourismus, im Ökolandbau und in der Energieumwandlung durch
Kraft-Wärme-Kopplung könnte bei entsprechenden politischen Rahmenbedingungen den deutschen Arbeitsmarkt beleben.
vc/kk
Eine Kurzfassung der Studie Innovative Ansätze zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Umweltschutz lesen Sie
hier. Die vollständige Studie ist in der Reihe UBA-Texte als Nr. 14/2004 erschienen und kann beim
Umweltbundesamt zum Preis von 10 Euro bestellt werden.
Ansprechpartner:
Martin Cames
Öko-Institut e.V. Berlin
Bereich Energie & Klimaschutz
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Christian Hochfeld stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts
Strategische Ausrichtung des Instituts künftiger Arbeitsschwerpunkt
Christian
Hochfeld, langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter des Öko-Instituts e.V., ist neuer stellvertretender
Geschäftsführer des führenden Instituts für angewandte Umweltforschung. Christian Hochfeld hat die Nachfolge von
Dr. Felix Christian Matthes angetreten, der sich auf eigenen Wunsch nun wieder ganz auf die inhaltliche
Institutsarbeit – vor allem im Bereich des nationalen und internationalen Klimaschutzes –
konzentriert. Um alle seine Ressourcen dafür nutzen zu können, hat Dr. Matthes auch die Leitung des Berliner
Büros an seinen Nachfolger Hochfeld abgegeben, wird aber weiterhin strategisch beratend die Zukunft des
Öko-Instituts maßgeblich mitbestimmen.
Den Schwerpunkt der künftigen Arbeit als stellvertretender Geschäftsführer wird der 35-jährige Christian Hochfeld
auf die langfristige strategische Positionierung des Instituts – auch in der Öffentlichkeit – legen.
Dabei wird er insbesondere die institutsweite Leitbild- und Themenfeldentwicklung sowie die internationale
Ausrichtung fördern, um Profil und Image des Instituts stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.
Bereits während des Studiums des Technischen Umweltschutzes an der Technischen Universität Berlin arbeitete
Hochfeld für das Darmstädter Büro des Öko-Instituts. Nach dem Studium begann er als Assistent der
Wissenschaftlichen Koordination und sammelte umfangreiche Erfahrung in der internationalen Forschung und
Politikberatung. Von Darmstadt wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs Infrastruktur &
Unternehmen in das Berliner Büro. Er ist Experte für Nachhaltiges Wirtschaften und für die Wahrnehmung
gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen. Darüber hinaus leitet und begleitet er umweltpolitische
Dialogprozesse und Mediationsverfahren vor allem im Verkehrsbereich.
Ansprechpartner:
Christian Hochfeld
Öko-Institut e.V. Berlin
Bereich Infrastruktur & Unternehmen
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EcoTopTen: Konsum mit Köpfchen
Öko-Institut formuliert Innovationsziele für Fahrräder
Wer beim Einkauf eine bewusste Entscheidung für attraktive nachhaltige Produkte treffen möchte, hat es in Zukunft
einfacher. Denn mit „EcoTopTen“ gibt es in Kürze eine professionelle Marktübersicht. EcoTopTen ist
eine große, vom Öko-Institut e.V. initiierte Informationskampagne für nachhaltigen Konsum und
Produkt-Innovationen im Massenmarkt. Im Fokus stehen dabei die EcoTopTen-Produkte. Sie sind qualitativ und
technisch hochwertig, haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind selbstverständlich ökologisch. Anfang
November haben die WissenschaftlerInnen jetzt erste Innovationsziele für Fahrräder formuliert und die Branche
darüber informiert.
Ein Fahrrad ist heute nicht mehr einfach nur ein Fahrrad. Aus dem vergleichsweise schlicht gebauten Drahtesel
haben sich vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten die unterschiedlichsten Fahrradtypen entwickelt. Es gibt sie
für den Alltag, um von A nach B zu gelangen, sie werden als Freizeitrad oder Sportmaschine genutzt oder sie sind
einfach Ausdruck eines ganz bestimmten Lebensstils. Mit den Fahrrädern haben sich auch Fahrrad-Konzepte und
Komponenten technisch weiter entwickelt. Und trotzdem: Über nicht einwandfrei funktionierende
Beleuchtungssysteme, über witterungsanfällige und wartungsintensive Bremsen oder reparaturanfällige
Kettenschaltungen ärgern sich die RadlerInnen immer wieder, ganz zu schweigen von der berechtigten Sorge, das
Zweirad könnte ihnen geklaut werden. Probleme, die die Nutzung eines Fahrrads unattraktiver machen.
Das durchschnittliche Fahrrad erfüllt also nicht die Anforderungen, die man an ein sicheres Verkehrsmittel und
ein modernes Produkt stellt. Gelingt es aber, diese Probleme künftig in den Griff zu bekommen, macht es auch mehr
Spaß, das Fahrrad häufiger zu nutzen. Die Erwartung, die sich damit verbindet: Der Verzicht auf das Auto oder den
öffentlichen Personennahverkehr fiele leichter. Dies würde zu einer Umweltentlastung führen, die deutlich höher
ist, als durch eine rein ökologische Materialauswahl erreicht werden könnte.
EcoTopTen hat daher Innovationsziele für Fahrräder formuliert, mit denen diesen Problemen begegnet werden könnte.
Die wichtigsten Anforderungen sind Tauglichkeit für intensive Nutzung, hohe Sicherheit und ein niedriger
Wartungsbedarf. Welche Ziele konkret verfolgt werden sollten, lesen Sie hier. Die
EcoTopTen-Initiative wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesministerium für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) und von der Stiftung Zukunftserbe gefördert. Mehr zur
Kampagne lesen Sie im Internet unter www.ecotopten.de. rg/kk
AnsprechpartnerIn:
Projektleiterin Kathrin
Graulich
Dr. Rainer
Grießhammer
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Produkte & Stoffströme
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Website-Tipp: Europäische Forschung zur dezentralen Stromerzeugung
Damit umweltschonende Technologien ihren festen Platz im Stromnetz erhalten
Die Dezentralisierung der Stromerzeugung ist in aller Munde. Denn hier werden umwelt- und ressourcenschonende
Technologien eingesetzt, wie etwa die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien oder in Blockheizkraftwerken.
Bislang hat sich zwar noch wenig daran geändert, dass der Strom vor allem in Großkraftwerken produziert und mit
Hilfe von Übertragungs- und Verteilnetzen zum Verbraucher transportiert wird. Doch sowohl politisch als auch
technisch sind zahlreiche Entwicklungen im Gange, die den Anteil der dezentralen Erzeugung in den nächsten Jahren
deutlich erhöhen könnten. Nicht zuletzt ökologische, aber auch energiewirtschaftliche Vorteile machen viele
Formen der dezentralen Erzeugung attraktiv. Wer wissen möchte, was in der Europäischen Union zum Thema Dezentrale
Stromerzeugung geforscht wird, dem hilft eine Internetseite, von der aus Seiten mehrerer EU-Forschungsprojekte zu
erreichen sind.
Denn auch die Europäische Kommission hat es sich auf die Fahnen geschrieben, den Anteil der dezentralen Erzeugung
zu erhöhen und fördert daher unter anderem die Forschung zum Thema in verschiedenen Projekten, zum Beispiel im
fünften Forschungsrahmenprogramm. Innerhalb dieses Programms wurde ein Cluster von Projekten unterstützt, die
sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dezentraler Stromerzeugung beschäftigen. Es geht dabei sowohl um
technische als auch um regulatorische Fragen und vor allem darum, wie diese Kraftwerke in das bestehende
Stromsystem integriert werden können.
Einen schnellen Zugriff auf die Ergebnisse dieser Projekte bietet die Internetseite www.clusterintegration.org. Die Seite selbst
enthält zwar nur einen knappen Überblick über den Projektcluster. Interessant sind aber die Links zu den sieben
beteiligten Projekten, darunter auch das Projekt Sustelnet, an dem das Öko-Institut mitgewirkt hat.
Wer ausgehend von diesem „Hub“ durch die einzelnen Projektseiten stöbert, findet zahlreiche
Informationen und aktuelle Forschungsergebnisse rund um die Frage, wie dezentrale Stromerzeugungstechnologien in
das Stromnetz eingebunden werden können. Außerdem gibt es Links zu den über 100 Projektpartnern, so dass man
schnell einen Überblick über die europäische „DG-Szene“ erhält. db
Diesen Beitrag können Sie auch auf Englisch lesen.
Ansprechpartner:
Dierk Bauknecht
Öko-Institut e.V. Freiburg
Bereich Energie & Klimaschutz
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Stiftung Zukunftserbe mit neuem Internetauftritt
Vordenkerin für eine nachhaltige Zukunft
Die Stiftung Zukunftserbe, im Jahr 2000 vom Öko-Institut e.V. in Freiburg gegründet, versteht sich als
„Vordenkerin“ zukunftsorientierter Lösungen. Sie möchte gesellschaftliche Innovationen ankurbeln, die
sich mit den strukturellen Problemen des 21. Jahrhunderts befassen. Vorrangiges Ziel ist, den Umweltschutz und
eine nachhaltige, zukunftsverträgliche Entwicklung zu fördern. Jetzt ist der neue, komplett überarbeitete
Internetauftritt der Stiftung online.
Auf den neuen Seiten erfahren Sie zum Beispiel, welche laufenden Projekte die Stiftung zur Zeit fördert, wie den
Umzug des Öko-Instituts in „das Freiburger Sonnenschiff“, die „EcoTopTen-Kampagne“,
„E-Commerce“ oder „Global Governance“. Sie lesen auch, welche Projekte mit Unterstützung
der Stiftung inzwischen abgeschlossen sind, darunter „Umweltfonds im Vergleich“,
„Ökolebensversicherungen“, „Netzwerk Biologische Vielfalt“ oder die „Kennzeichnung
von Strom“. Außerdem finden Sie aktuelle Presseberichte, Pressemitteilungen und Fotos. Und
selbstverständlich erfahren Sie auch alles Wissenswerte über die Stiftung selbst.
Interessieren Sie sich für die Arbeit der Stiftung Zukunftserbe? Dann klicken Sie doch mal die neuen Seiten an:
www.zukunftserbe.de.
Ansprechpartnerin:
Andrea Droste
Stiftung Zukunftserbe
im Öko-Institut e.V. Freiburg
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elni Review: Internationale Fachzeitschrift für Umweltrecht
Neue Ausgabe 2/2004 jetzt erhältlich
Der Bereich Umweltrecht des Öko-Instituts e.V. gibt als Koordinierungsbüro des internationalen juristischen
Netzwerks elni – dem Environmental Law Network International – zweimal jährlich die in Englisch
erscheinende juristische Zeitschrift „elni Review“ heraus. Die „elni Review“ gehört zu
den wenigen juristischen Publikationen in Deutschland, die sich an UmweltrechtlerInnen aus ganz Europa wendet und
ein breites umweltrechtliches Themengebiet abdeckt.
Themen der aktuellen Ausgabe 2/2004 sind
Das Jahresabonnement kostet für Einzelpersonen und Bibliotheken 21 Euro, für Behörden, Kanzleien 52 Euro
im Jahr, inkl. Versand und MwSt. Ein Probeexemplar kann gegen 7 Euro über Heike Unruh, elni Koordinationsbüro im Öko-Institut e.V.,
Telefon 06151/8191-31 bestellt werden. Weitere Informationen über Aktivitäten von elni und eine Mitgliedschaft im
Netzwerk gibt es auf www.oeko.de/elni.
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Basisdaten für das Umweltmanagement
Umweltbundesamt stellt kostenlose Datenbank zur Verfügung
Der Bedarf an gesicherten, öffentlich zugänglichen Grundlagendaten für das Umweltmanagement, zum Beispiel für
Ökoeffizienz-Analysen, Stoffstromanalysen, betriebliche Umweltinformationssysteme oder für Öko-Audits, wächst.
Mehr und mehr spielen Umweltfragen auch in kleineren und mittleren Unternehmen, in Schulen und in der kommunalen
Umweltberatung eine Rolle. Um dieser Nachfrage zu begegnen, hat das Umweltbundesamt (UBA) das Öko-Institut e.V.
mit dem Projekt „ProBas“ – Prozessorientierte Basisdaten für Umweltmanagementinstrumente
– beauftragt. Auf diese umweltbezogenen Basisdaten kann die interessierte Fachöffentlichkeit über die
Internet-Seiten des UBA kostenlos zugreifen. Eine spezielle Software ist dazu nicht nötig.
Unter www.probas.umweltbundesamt.de/php/index.php bietet ProBas verschiedene Möglichkeiten, Prozessdaten
auszuwählen. Die Daten können nach Themen oder nach Wirtschaftssektoren gesucht werden, aber auch eine Textsuche
ist möglich. Neu implementiert in ProBas sind jetzt auch 1.800 Datensätze aus dem BMU- ZIP-Vorhaben Stoffstromanalyse zur nachhaltigen Nutzung von Biomasse, das das Öko-Institut geleitet hat.
Ansprechpartner:
Uwe Fritsche
Öko-Institut e.V. Darmstadt
Bereich Energie & Klimaschutz
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Innovativer Personennahverkehr im ländlichen Raum
Fachtagung am Montag, 22. und Dienstag, 23. November in Bielefeld
Eine nachhaltige Mobilität auch in schwach besiedelten Räumen zu sichern und zu verbessern, ist Ziel des
Förderschwerpunkts „Personennahverkehr für die Region“ im Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Seit 2001 entwickeln zehn Forschungsverbünde mit 80 Einzelprojekten in verschiedenen Regionen
Deutschlands Mobilitätsangebote, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung im ländlichen Raum orientieren. Am
Montag, 22. und Dienstag, 23. November werden die Forschungsergebnisse des Förderschwerpunkts im Rahmen der
Tagung „Innovativer Personennahverkehr im ländlichen Raum“ in Bielefeld der Fachöffentlichkeit
vorgestellt.
Die Tagung möchte nicht nur informieren, sondern auch viel Raum zur Diskussion der neuen Erkenntnisse lassen,
unter anderem in projektübergreifenden Foren. Die einzelnen Projektergebnisse werden zudem auf einem
„Marktplatz“ mit Messecharakter präsentiert. Im Rahmen der Veranstaltung stellt Projektleiter Willi
Loose, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut e.V. Freiburg im Arbeitsfeld Verkehr, auch die Ergebnisse
des Verbundprojekts „Neue Nahverkehrsangebote im Naturpark Südschwarzwald“ NahviS vor.
Veranstaltungsort ist die Ravensberger Park Veranstaltungs GmbH, Ravensberger Park 6 in 33607 Bielefeld.
Anmeldungen nimmt die FOCON Agentur für Kommunikationsmanagement, Theaterstraße 106 in 52062 Aachen per Telefon
unter 0241/17 303 21, per Fax an 0241/17 303 17 oder per E-mail an pnv@focon-gmbh.de entgegen. Veranstalter ist das Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.pnvregion.de.
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Auswirkungen der grünen Gentechnik auf die Biodiversität
Anforderungen an eine ökologische Sicherheitsforschung / Fachtagung in Berlin
Das neue Gentechnikgesetz stellt das Vorsorgeprinzip vorne an. Mögliche Risiken und ökologische Schäden, die
durch den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft entstehen könnten, sollen laut
Gesetz jeweils nach dem neuesten Stand der Wissenschaft beurteilt werden. So soll im Schadensfalle der Anbau
eines gentechnisch veränderten Organismus gestoppt werden können. Doch welche Kriterien für die Beurteilung
ökologischer Schäden liegen uns vor? Haben wir Erkenntnisse zu den ökologischen Risiken des GVO-Anbaus und den
damit verbundenen Konsequenzen? Am Donnerstag, 2. Dezember lädt der NABU zur Fachtagung „Auswirkungen der
grünen Gentechnik auf die Biodiversität – Anforderungen an eine ökologische Sicherheitsforschung“
nach Berlin ein.
Gemeinsam mit kritischen WissenschaftlerInnen soll ein zukunftsfähiger Ansatz zur ökologischen
Sicherheitsforschung diskutiert werden, der der gebotenen Vorsorge Rechnung trägt. Zu den ReferentInnen gehört
Ruth Brauner, Koordinatorin im Bereich Biodiversität, Ernährung & Landwirtschaft am Öko-Institut e.V.
Freiburg. Sie wird einen „Überblick über bereits zu beobachtende Effekte gentechnisch veränderter
Organismen auf die Biodiversität“ geben. Die Veranstaltung findet mit Förderung durch das Bundesamt für
Naturschutz aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit statt.
Veranstaltungsort ist die Heinrich Böll Stiftung, Galerie, Hackesche Höfe, Rosenthaler Str. 40/41 in 10178
Berlin. Veranstalter ist die NABU-Bundesgeschäftsstelle Berlin. Der Tagungsbeitrag beträgt zehn Euro. Anmeldungen
nimmt die NABU-Bundesgeschäftsstelle Berlin, z.Hd. Steffi Ober, Invalidenstraße 112, 10115 Berlin, Telefon:
030/284984-25, Fax 030/284984-84, E-Mail Steffi.Ober@NABU.de entgegen.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.NABU.de.
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Gesunde Ernährung – Politische Aufgabe oder Privatsache?
Fachtagung der Grünen am Samstag, 4. Dezember in Berlin
Der Trend zu Übergewicht und Fehlernährung vor allem bei Kindern und Jugendlichen nimmt bedenklich zu. Die
Weltgesundheitsorganisation hat ihre Mitgliedsstaaten aufgefordert, Strategien gegen Übergewicht und
Fettleibigkeit zu entwickeln. Die Plattform „Ernährung und Bewegung“ von Verbraucherministerin
Künast, Sportverbänden, Gesundheitswesen, Ernährungswirtschaft und Gewerkschaften ist Bestandteil der deutschen
Strategie. Sie setzt auf Prävention, Ernährungsaufklärung und Bewegungsförderung. Aber wie wirksam kann der
Appell an die Eigenverantwortung sein? Und welche Aufgabe hat die Politik bei der künftigen Gestaltung unserer
Ernährung? Am Samstag, 4. Dezember von 10 bis 17 Uhr laden Bündnis 90 / Die Grünen zur Konferenz „Gesunde
Ernährung – Politische Aufgabe oder Privatsache?“ nach Berlin.
Gemeinsam mit VertreterInnen aus Ernährungswirtschaft, Politik, Umwelt- und Verbraucherverbänden, Forschung und
Medien sollen neue Ansätze grüner Ernährungspolitik diskutiert werden. Im Rahmen der Veranstaltung gibt Dr.
Ulrike Eberle, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Produkte & Stoffströme am Öko-Institut e.V. und
Projektleiterin des Forschungsverbunds „Ernährungswende“, ein Impulsreferat für das Forum „Neue
Forschung für Gesundheit und ein gutes Leben: Nachhaltiger Konsum“.
Anmeldung zur Konferenz im Reichstagsgebäude, Platz der Republik 1, 10557 Berlin nimmt das Büro Ulrike Höfken bis
26. November per Telefon unter 030/22771656, per Fax an 030/22776332 oder per E-Mail an ulrike.hoefken@bundestag.de entgegen. Eine namentliche Anmeldung mit
Geburtsdatum ist aus Sicherheitsgründen erforderlich. Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis mit. Der
Konferenzbeitrag beträgt zehn Euro. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.gruene-fraktion.de/cms/termine/rubrik/0/69.termine.htm.
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I M P R E S S U M
Herausgeber
Öko-Institut e.V.
Institut für angewandte Ökologie
"Newsletter (Öko-Institut e.V.)"
ISSN 1614-2799
Redaktion
Referat Öffentlichkeit & Kommunikation
Christiane Rathmann
Katja Kukatz
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